26. Juli 2011
Vor Kurzem ist der erste deutsche MOOC (Massive Open Online Course) zu Ende gegangen (zum Nachlesen). Vieles wurde diskutiert und es werden hoffentlich neue Ideen daraus entstehen. Eine ist bereits auf den Weg gebracht:
Ein Twitterchat, bei welchem sich einmal monatlich, alle an Weiterbildung Interessierten zusammenfinden und sich zu einem Thema austauschen. Wie das funktioniert steht hier: http://lerntt.wordpress.com/. Organisiert wird der Twitterchat von der AG Lernen der webrrls.
Der erste Termin: 04.08.2011, Beginn 17:30 Uhr, Dauer: ca. 90 min.
Das Thema: Brauchen wir noch Kurse oder lernen wir informell?
Alles was Sie benötigen um mitzumachen, ist ein Twitteraccount. Die Vorbereitungen laufen : @lerntt
Wir freuen uns auf zahlreiche Twitterer!

29. Mai 2011
Der OpenCourse 2011 beschäftigt sich mit der “Zukunft des Lernens”. Diese Woche ging es um “Personal Learning Environment” = PLE. Die Betrachtung einer persönlichen Lernumgebung passt sehr gut für Studenten, Schüler und alle, deren Aufgabenbereich die Aus- oder Weiterbildung ist. Aber dabei kommt dem Bereich “Arbeit” zu wenig Beachtung zu. Reift doch gerade in Unternehmen die Erkenntnis, dass interne Strukturen aufgebrochen werden müssen, um mehr Raum für eine bessere Kommunikation und zu produktiverem Arbeiten zu bekommen (–> Einführung von Social Network Services und Hinführung zu Enterprise 2.0). Der PWP =”Personalized WorkPlace” betrachtet die Arbeitsumgebung.
Am zukünftigen Arbeitsplatz werden Social Network Services das Intranet übernehmen und persönlichen Werkzeuge (PPT = Personal Productivity Tools) ermöglichen Kommunikation und vernetztes Arbeiten.
Eine “Persönliche Arbeits- Und Lernumgebung” = PAUL vereint beide Bereiche. Im Zuge des lebenslangem Lernen, der anerkannten Bedeutung des informellen Lernens und der Verschmelzung von Arbeit und Lernen ist es notwendig beides zu verzahnen (siehe auch “Working Smarter“).
Welche Kompetenzen benötigen Mitarbeiter?
Aktuelle Zahlen gehen von 18 Mio deutschen Facebook-Nutzern aus und ca. 500.000 aktiven Twitterern (Quelle). Doch ein Facebook-Account ist kein Anhaltspunkt für Kompetenzen, die für eine professionelle Nutzung der Social Network Services und eine produktive Online-Zusammenarbeit benötigt werden.
Suchen, Recherchieren, Beobachten
- Suchstrategien entwickeln
- Relevanz der Informationsquellen beurteilen können
- Informationsmanagement zur Bewältigung der eingehenden Informationsströme
- Kritische Auseinandersetzung mit den Medien
- …
Daten und Informationen speichern, verwalten und wiederfinden, teilen
- Effizient mit Tags arbeiten können
- Bookmarks und Listen einsetzen
- Ablagestrukturen jenseits von Ordnern entwickeln
- …
Kommunizieren
- Kommunikative Kompetenz: konstruktiv, effektiv und bewusst zu kommunizieren
- Konstruktives Feedback geben
- Kommunikation mit verschiedenen Medien aufbauen und führen
- …
- Messaging und Microblogging
- Synchrone Kommunikationstools und deren Einsatz beherrschen
- …
Vernetzen
- Netikette beherrschen
- Erkennen, wer mein gegenüber ist
- Eigene Reputation aufbauen
- …
Erstellen, Präsentieren und Teilen
- Inhalte formulieren und zur Publikation aufbereiten
- Wissen wo was veröffentlichen
- Nutzungsrechten kennen anwenden
- …
Kollaboration
- Teamfähigkeit: Bereitschaft und Fähigkeit, produktiv und konstruktiv mit anderen Menschen in Gruppen zu interagieren
- …
29. April 2011

Paul + Social Media
5. April 2011
Die Entwicklung des “Lernens mit Hilfe elektronischer Medien“ ist gekennzeichnet durch Buzzwords:
- eLearning
- Neue Medien
- Blended Learning
- Rapid eLearning
- m-Learning (Mobile Learning)
- u-Learning (Ubiquitous Leearning)
- Social Learning
- ???
Habe ich welche vergessen ?
Jetzt sind wir also beim “Social Learning” angekommen – sprich dem Lernen mit Unterstützung von Social Media und viel Gewicht auf dem informellen Lernen. Nennen wir es doch einfach wieder Lernen! (Dazu haben sich übrigend die Webgrrls auch entschieden und haben die AG Lernen (=Arbeitsgemeinschaft, nicht Aktiengesellschaft
) gegründet.
Vor einigen Jahren habe ich dieses Schaubild
erstellt, heute sieht die “Landschaft für mich so aus:

Zu ergänzen mit den Präsenzformen, die auch nicht verschwinden sollen. Alle Lern- und Lehrformen haben ihre Vor- und Nachteile und die daraus resultierenden Anwendungsbereiche. Wichtig ist (wie schon seit Urzeiten): Methode, Technik und Zielgruppe müssen zusammenpassen UND Gelegenheit und Unterstüzung zum informellen Lernen und der Entwicklung des eingenen Lernstils geben.
4. März 2011
Eine äußerst interessante Diskussion zum Thema Lernen in der Zukunft fand auf der Cebit / Webciety statt. In einem sehr engagierten Input erläuterte Martin Lindner seine Vorstellung von den Lernprozessen und der Gestaltung von Lernmaterialien um den zuküftigen Anforderungen zu entsprechen.
Der Einsatz von Kommunikationsmedien (Social Media) kommt und wird weitere Einsatzfälle auch in Unternehmen Einzug halten, auch wenn hier derzeit noch organisatorische und sicherheitstechnische Bedenken vorherrschen.
Martin Lindner stellt die Form der geschlossenen Kurse als “1.0″ dar und das offene, im Internet selbstorganisierte Lernen als “2.0″ dar. eLearning 2.0 ist Lernen mit Social Media, eLearning 1.0 = Push-Lernen mit (langweiligem) Content.

Thea Payome hat mir aus dem Herzen gesprochen mit dem Arbument, dass “eLearning 2.0″ die Erwartungen, die immer schon an eLearing gestellt wurden, nun erfüllt.
Leider war die Diskussion auf 20 Minuten begrenzt, so dass einige Punkte nicht klar herausgearbeitet werden konnten.
Meine Fragen wären gewesen:
Warum sollen “Zertifikatskurse = überflüssige Eintrittskarten” sein?
Auch ein Lernmodul, das aus bestimmten Gründen (Sicherheit, Hygienevorschriften, Compliance) von Mitarbeitern durchgearbeitet werden muss, kann “gut” sein: interaktiv, mit Verlinkung zu aktuellen Beiträgen im Netz und mit Kommunikationsmöglichkeiten. Dass hin und wieder eine Prüfung ein betimmtes Wissen bescheinigt und wir das durch einen Test beweisen müssen, ist nun mal auch in Zukunft notwendig.
Warum ist eine geschlossene Lernumgebung (LMS) schlecht?
Es gibt Dinge, die wollen erst mal in einem geschützen Raum “erlernt” werden, bevor man sich in die Öffentlichkeit des Unternehmens oder des Internets wagt (das Web vergisst nichts!).
Und (gerade bei einem Projekt wieder erfahren): Nicht alle Menschen haben ständig Zugriff auf das Internet (Beispiel: Pflegepersonal).
Also: Ums lebenslange Lernen kommen wir nicht herum, vor allem nicht die in der Weiterbildung beschäftigten Menschen!
Zur aufgezeichneten Pudiumsdiskussion
25. Januar 2011
Dass der Einsatz von Social Media im Unternehmen und im Training gewinnbringend ist, wird in vielen Artikeln und Büchern dargelegt (Interessante Quelle: http://socialmediatoday.com/ ). Auch gibt es viele Listen mit Werkzeugen, die auch zum großen Teil kostenlos zur Verfügung stehen (sehr umfassend: Jane Harts Tool-Sammlung oder http://www.socialbrite.org/sharing-center/tools/web20-tools/ ). Wir erleben derzeit einen Boom an Informationen zu diesem Thema. Bei genauem Hinsehen wird eine ganz wichtige Komponente kaum thematisiert: Wie setze ich nun in einem (Online-)Seminar zum Beispiel zum Thema XX für Mitarbeiter aus Technik/Vertrieb/Marketing/Support/ … diese Werkzeuge gewinnbringend ein.
Der Einsatz eines Tools, wie z. B. Diigo, Twitter oder eine Content-Plattform wie Slideshare oder scribd kann in einer Weiterbildung zweierlei Dinge bewirken. Zum Einen werden darüber Inhalt und Kompetenzen vermittelt und zum Anderen wird der Umgang mit dem Werkzeug selbst trainiert, um dadurch einen Vorteil für den Arbeitsalltag zu erreichen –> Stichwort: Working Smarter (http://www.jarche.com/2010/12/what-is-working-smarter/ ).
Die Einsatzfälle sind so vielfältig wie die Trainings incl. ihrer unterschiedlichen Zielgruppe selbst. Ein Beispiel ist im Folgenden skizziert:
Thema: “Verbesserung der Meetings”, Zielgruppe: technischer Vertrieb
- Werkzeuge: VC, Social Bookmarking, Wiki oder Google Docs oder Sharepoint oder entsprechende Anwendung im Unternehmen.
- Praktische Umsetzung:
- Diskussion eines Meeting-Leitfadens im VC
- Erarbeiten eines Meeting-Leitfadens im Wiki
- Suchen nach praktischen Tipps dazu im Web (Slideshare, YouTuve, scribd etc.)
- Zusammenfasen und Bewerten der Linktipps via Diigo
- Protokollführung der VC-Sessions durch Teilnehmer
- Protokolle in Arbeits-/Projekt-/Lernplattform bündeln
Tipp: Auch wenn schon einige Jahre alt, die Beispiele zur Aktivierung von Teilnehmern in Gilly Salmons “e-tivities” sind immer noch brandaktuell und hervorragend mit den aktuellen Tools umzusetzen.
5. Januar 2011
ist das Lernen, das “das in Situationen stattfindet, die gar nicht zum Lernen gedacht sind” im Gegensatz zum formellen Lernen (Schule, Studium, Berufsausbildung ..) und nicht formellen Lernen (“findet im organiserten Kontext statt”). Quelle
Informelles Lernen lässt sich nicht organisieren, aber Mitarbeitern in Unternehmen können dabei unterstützt werden.
Präsentation von Charles Jennings:
14. Dezember 2010
Bereits seit vielen Jahren gehört ein Online-Workshop, der den Einsatz von Web2.0-Tools im Training aufzeigt, zum Angebot. Dieser Workshop wird kontinuierlich weiterentwickelt und ist eigentlich immer anders. Für 2011 war eine umfassende Neukonzeption fällig. In Kürze:
- Im Workshop werden 5 Arbeitsfelder behandelt (basierend auf PAUL und der Analyse von Forester (Forester Ladder):
- Informationen
- Menschen
- Inhalte
- Kollaboration
- Persönliche Arbeitstechniken und Werkzeuge
- Dauer: 5 Wochen
- 3 Live-Online-Sessions + Arbeiten via Mixxt und anderen Tools
- Kosten: 465,00 €
Details gibt es hier
Start des ersten Workshops: 14.03.2011.
Der Marketing-Aspekt der Social Media wird gestreift, ist nicht Inhalt dieses Workshops.
Auch die Termine der anderen Kurse und Workshops für 2011 stehen fest!
27. November 2010
Bis jetzt habe ich mich immer vor Grausen gechüttelt, wenn ich den Ausdruck “soziale Medien” las. Doch nach einer reiflichen Überlegung bin ich der Meinung, dass der Ausdruck zwar gewöhnungsbedürftig, aber korrekt ist.
Welche Bedeutung hat das Wort sozial? Laut Wikipedia “In der Umgangssprache bedeutet „sozial“ den Bezug einer Person auf eine oder mehrere andere Personen; dies beinhaltet die Fähigkeit (zumeist) einer Person, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus) oder fürsorglich auch an die Allgemeinheit zu denken. Aber es bedeutet auch, anderen zu helfen und nicht nur an sich selbst zu denken. …”
Nun ja, genau das meinen wir ja mit “Social Media”. Medien, die eine Person der Gemeinschaft zeigt und auch zur weiteren Nutzung zur Verfügung stellt. Materialien, die von mehreren Personen erstellt werden.
Mit dem Begriff “Medien” verbinde ich zunächst Zeitschriften, Fernsehen, Filme, Bilder etc., also etwas, was mir vorgesetzt wird, worauf ich keinen Einfluß habe und auf den Qualitätsjournalismus hoffen muss. Durch die Beteiligung der Internetnutzer (user generated content), sei es durch die Veröffentlichung eigener Beiträge oder das Kommentieren von Beiträgen Anderer, werden zwar nicht alle Medien “sozial” aber immerhin die internet-gestützen.
Somit wäre der Begriff “soziale Medien” schon richtig, aber wenn ich an den Einsatz von “Social Media” im Marktingbereich denke, dann werden die sozialen Medien zu recht unsozialen Zwecken eingesetzt, nämlich zur Gewinnmaximierung eines Unternehmens.
Darf dann ein Blogger bloggen um seine berufliche Kompetenz darzustellen?

7. November 2010
In Ihrem kontinuierlich aktualisiertem Beitrag “The State of Workplace Learning Today” beschreibt Jane Hart die Veränderungen der Weiterbildungsmethoden und stellt die Anforderungen der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt dar. Die Methoden und Werkzeuge in der Weiterbildung haben sich in den letzten Jahren stark verändert (wie auch die der Arbeits- und Lebenswelt).
Stufe 1: Traditionelles Präsenztraining (Classroom Training)
ist auch heute noch in vielen Bereichen die einzig angewendete Methode (Vortrag mit Overheadprojektor)
Stufe 2: eLearning
WebBasedTrainings (Selbstlernen mit Lernmodulen), LMS zur Verwaltung von Lernern, Kursen und Ergebnissen, Kollaboration über Foren, Wikis (z. B. in Moodle), in bestimmten Bereichen wird auch diese Form weiterhin zum Einsatz kommen.
Stufe 3:Blended Learning
(das was eigentlich meistens schon gemacht wurde) die Mischform aus Präsenztraining und eLearning.
Stufe 4: “Social Training”
Online-Kurse (in PUSH-Manier) mit Integration der Social Media, z. B. Nutzung einer Community-Plattform als Lernumgebung, Blogs zur Reflektion, Microblogging (Twitter) zur schnellen Kommunikation.
All diese Formen basieren auf dem traditionellen Ansatz des formellen und nicht-formellen Lernens
- Lerninhalte werden in Curricula vorgegeben
- Lernfortschritte werden überwacht und aufgezeichnet

In der Praxis ist es allerdings so, dass wir 70 – 80% dessen was wir Lernen auf informellem Weg, also außerhalb von organisierten Weiterbildungsmaßnahmen lernen. Um zu einer effizienten kontinuierlichen Weiterbildung am Arbeitsplatz zu kommen, ist es naheliegend die Ressourcen des informellen Lernens zu nutzen. Der wichtige Aspekt beim informellen lernen ist, dass es nutzergesteuert ist. Daher ist es unsinnig über ein Integration des informellen Lernens in formelle Weiterbildungen zu reden.
Der Einsatz von Social Media Tools bietet dagegen eine Chance individuelles Lernen zu unterstützen und zu fördern. “Working Smarter” beschreibt genau worum es geht: ” Companies don’t want learning – they want things done!
Dazu braucht es aber auch die passenden Rahmenbedingungen:
- Die Unternehmenskultur muss den Mitarbeitern Autonomie zum Lernen erlauben und einen offenen Dialog fördern (–> Enterprise 2.0)
- Am Arbeitsplatz müssen die notwendigen technischen Strukturen geschaffen werden (–> Social Media im Unternehmen)
- Aus Trainern müssen Lernbefähiger (?) werden, die
- Mitarbeitern die notwendigen Kompetenzen zu “Working Smarter” vermitteln können
Modell zur Qualifikation von “Lernbefähigern”
