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17. Dezember 2011

Wer ist der Beste?

Die Frage nach dem besten Virtual Classroom wird mir häufig gestellt, aber ich muss immer wieder sagen, dass es a) den besten nicht gibt und b) für jeden Einsatzfall ein anderer der “Beste” sein kann.

Im Laufe der letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit parallel auf 3 Systemen (SabaCentra Symposium, WebexTraining Center und AdobeConnect 8) Kurse zur Online-Moderation durchzuführen. Da fallen die Unterschiede sehr gut auf. Hier meine Erfahrungen.

Der erste Punkt, der von Teilnehmern schnell wahrgenommen wird, ist der Unterschied bei der Qualität der Sprache bei VOIP. Hier hat SabaCentra eindeutig die Nase vorn. Optimal ist natürlich immer ein System, bei welchem VOIP und Telefonkonferenz transparent zusammengeschaltet werden, aber dies ist inzwischen bei fast allen Anbietern möglich (lediglich eine Preisfrage).

Stabilität und Zuverlässigkeit des korrekten Funktionierens der einzelnen Werkzeuge (z. B. Abstimmungen und Arbeitsgruppen) ist auch ein wesentlicher Punkt bei der Beurteilung. Hier schnitt AdobeConnect sehr schlecht ab. Mal funktionierten die Abstimmungen, mal nicht, dto. die Arbeitsgruppen. Leider konnten wir im Rahmen der Kurse nicht herausfinden woran es lag. Alle Systeme sind 100%ig stabil gelaufen.

Aber nun zu den für mich entscheidenden Kriterien: Wie sieht es aus mit der Usability für Teilnehmer und natürlich die Moderatoren?
Bei dem Punkt “Bedienung” schneidet SabaCentra am besten ab. Ich kenne kein System, das es dem Moderator so leicht macht Teilnehmerrecht zu vergeben bzw. zu entziehen. Ein Klick und die Witheboardwerkzeuge sind freigeschaltet oder wieder entzogen, für einzelne Teilnehmer oder alle. Bei Webex muss ich dazu zu ins Kontextmenü und in eine Unterebene um mein Häckchen in einem Dialogfeld setzen zu können. Dazu kommt, dass bei WebexTraining immer die Rechte für alle Teilnehmer vergeben werden. Nur bei Webex Meeting können die Rechte für einzelne Teilnehmer vergeben werden. Ähnlich mühsam ist es bei AdobeConnect. Beim Arbeiten auf dem Whiteboard hat Webex den großen Nachteil, dass die Nutzung nicht objektorientiert ist, d.h. die Einträge können nicht verschoben oder geändert werden, sondern nur im Gesamten gelöscht werden.

Application Sharing ist auch ein Punkt, bei welchem sich die Systeme auffällig unterscheiden. In den Datenblättern steht überall, dass Anwendungen gezeigt und auch Teilnehmern die Rechte gegeben werden können, auf diese Anwendung zuzugreifen. Aber wie einfach ist dies und mit welcher Qualität wird die geteilte Anwendung angezeigt?
Auch hier liegt SabaCentra vorne. Das Recht, auf die Anwendung des Moderators zuzugreifen, kann mit einem Mausklick erteilt und entzogen werden. Tut der Teilnehmer etwas “Gefährliches”, so reicht eine Mausbewegung und die Kontrolle liegt wieder bei demjenigen, der der Anwendung zur teilt. Bei Webex wird’s ganz abenteuerlich, hier können sich Moderator und Teilnehmer regelrecht eine Schlacht um die Vorherrschaft liefern. Wer zuerst klickt hat gewonnen. Bei Adobe ist die Bedienung auch etwas umständlich, hier muss der Teilnehmer erst zum Moderator ernannt werden und dann kann er die Anforderung absenden “Ich will” und der Gastgeber erteilt die Berechtigung. Adobe hat aber als entscheidenden Nachteil die mangelnde Qualität der Darstellung des geteilten Programms.

Meine Erfahrungen zu Vor- und Nachteilen habe ich in der Tabelle hier zusammengefasst. Dies sind meine persönlichen Erfahrungen und ersetzen keinen Test für die eigenen Anwendungen. Da müssen weitere Kriterien untersucht werden.

13. Dezember 2011

Neue Medien*: Google Hangout

Mit den Hangouts bietet Google+ eine einfache Möglichkeit schnell und unkompliziert Webkonferenzen durchzuführen. Ununi.tv experimentiert mit unterschiedlichen Formaten um “Interessierten, Medienmacher/innen und Quereinsteiger/innen die Möglichkeit zu bieten, sich umfassend an der Schnittstelle von Internet und Bewegtbild weiterzubilden”. Ununi.tv ist ein Projekt von Anja C. Wagner, Fabian Topfstedt, Bertram Gugel und Wolfgang Gumpelmaier: “Eine Unkonferenz am Unort zur Unzeit”
Mehr Infos

Im Rahmen dieses Projekts habe ich mich gestern mit Andrea Brücken @dieHauteCulture im Hangout getroffen. Geplant war ein Interview, aber es ist ein Gespräch geworden, da wir uns nicht entscheiden wollten, wer wen interviewt.

Eignet sich Google Hangout als niedrigschwelliger Einstieg in Online-Sessions?
Wie üblich: J – ein!
Ich bin an das Arbeiten im VC (virtual classroom = Centra, Webex, Adobe, iLinc …) gewöhnt. Dort stehen die visualisierte Inhalte (ja Andrea, mit PowerPoint :-) ), das gemeinsame Arbeiten auf dem Whiteboard und das zeigen von Anwendungen im Mittelpunkt. Die Webcam ist (für mich) nebensächlich. Sie wird zur Begrüßung eingeschaltet und dann auf Standbild oder Foto reduziert. Bei einer Video-Konferenz wie einem Hangout muss ich mich exakt auf die Kamera konzentrieren. Kein schnelles Bewegen, kein Herumgefuchtel mit den Händen, Stillsitzen, nichts auf dem Tisch suchen etc. Das ist mir sehr schwer gefallen!

Wozu eignet sich ein Hangout?
Immer dann, wenn keine visualisierten Inhalte notwendig sind, also kurze Vorträge, Interviews, Streitgespräche. Bei Meetings bin ich schon skeptisch, da ich beim einfachen Hangout wieder in die gleiche Situation wie bei einer Telefonkonferenz komme: nach 10 Minuten erregter Diskussion wird festgestellt, dass man unterschiedliche Versionen der Excel-Tabelle vorliegen hat. Aber es gibt Hoffnung. Zur Zeit kann man die erweiterten Funktionen der Hangouts testen, die mit gemeinsame Notizen und Sketchpad, Google Text & Tabellen-Integration sowie Bildschirmfreigabe aufwarten. Das kommt dann einem VC schon näher.

Doch nun zu de Frage: Kann Google Hangout ein niedrigschwelliges Einstiegsinstrument sein?.
In einigen Fällen ist das sicher so, dass die Scheu vor den Online-Meetings abgebaut werden kann. Allerdings benötigt der professionelle Einsatz mehr als die Einsicht, dass “es geht”. Es müssen Kommunikationsprozesse, Verhalten bei Meetings und Schulungskonzepte verändert werden – das ist dann ein größeres Problem, das viele Ansätze scheitern lässt.
Zum Thema “einfaches System” habe ich mir hier schon mal Gedanken gemacht.

Hier die Aufzeichnung der Session:

Watch live streaming video from ununitv at livestream.com

Normalerweise ist mein Telefon immer umgeleitet, wenn ich online bin – Asche auf mein Haupt :-(

* Neue Medien = alle Werkzeuge, die neu sind, heute sind das Hangouts, gestern waren das Wikis!

8. Dezember 2011

Funktionalitäten für die Online-Session

Vor vielen Jahren hatte ich schon mal meinen Traum-VC beschrieben. Genau wie Ken Molay < webinarBlog > habe ich auch bei einer neueren Analyse festgestellt, dass kein Anbieter alles bietet. Was ich vermisse (Einiges ist teilweise bei einzelnen Anbietern implementiert):

  • Volle PowerPoint-Unterstützung beim Upload der Folien (Animationen, korrekte Übernahme der Schriften etc.)
  • Volle Audio-Funktionalität: Teilnehmer müssen nach belieben zwischen Telefon und VOIP wählen können
  • Folienvorschau für den Moderator/Referenten
  • Anzeige der Powerpoint-Notizen für den Moderator/Referenten
  • bessere Umfragen: mehrere Fragetypen, mehrere Fragen untereinander/hintereinander, Fragen lokal speicherbar und in anderen Sessions einsetzbar, Systemweite Einstellung der Anonymität (Betriebsrat), …
  • Tests: einfaches Test-Werkzeug zur offline-Erstellung von Tests
  • Objektorientiertes Whiteboard (leider noch nicht überall verfügbar)
  • One-Click-Berechtigungs-Steuerung: Rechte zum Sprechen. Whiteboard-Tools, etc.
  • Beherrschbares Application Sharing (also das Zuteilen und Zurücknehmen von Teilnehmer-Rechten)
  • und natürlich die Funktionalitäten zur Verwaltung der Einladungen, Anlegen der Sessions etc.

Ach so, Videos möchte ich meinen Teilnehmern auch zeigen können, natürlich mit Ton.
Weitere Wünsche?