eLearning 2.0 auf der Cebit 2011

Eine äußerst interessante Diskussion zum Thema Lernen in der Zukunft fand auf der Cebit / Webciety statt. In einem sehr engagierten Input erläuterte Martin Lindner seine Vorstellung von den Lernprozessen und der Gestaltung von Lernmaterialien um den zuküftigen Anforderungen zu entsprechen. Der Einsatz von Kommunikationsmedien (Social Media) kommt und wird weitere Einsatzfälle auch in Unternehmen Einzug halten, auch wenn hier derzeit noch organisatorische und sicherheitstechnische Bedenken vorherrschen. Martin Lindner stellt die Form der geschlossenen Kurse als "1.0" dar und das offene, im Internet selbstorganisierte Lernen als "2.0" dar. eLearning 2.0 ist Lernen mit Social Media, eLearning 1.0 = Push-Lernen mit (langweiligem) Content. Thea Payome hat mir aus dem Herzen gesprochen mit dem Arbument, dass "eLearning 2.0" die Erwartungen, die immer schon an eLearing gestellt wurden, nun erfüllt. Leider war die Diskussion auf 20 Minuten begrenzt, so dass einige Punkte nicht klar herausgearbeitet werden konnten. Meine Fragen wären gewesen: Warum sollen "Zertifikatskurse = überflüssige Eintrittskarten" sein? Auch ein Lernmodul, das aus bestimmten Gründen (Sicherheit, Hygienevorschriften, Compliance) von Mitarbeitern durchgearbeitet werden muss, kann "gut" sein: interaktiv, mit Verlinkung zu aktuellen Beiträgen im Netz und mit Kommunikationsmöglichkeiten. Dass hin und wieder eine Prüfung ein betimmtes Wissen bescheinigt und wir das durch einen Test beweisen müssen, ist nun mal auch in Zukunft notwendig. Warum ist eine geschlossene Lernumgebung (LMS) schlecht? Es gibt Dinge, die wollen erst mal in einem geschützen Raum "erlernt" werden, bevor man sich in die Öffentlichkeit des Unternehmens oder des Internets wagt (das Web vergisst nichts!). Und (gerade bei einem Projekt wieder erfahren): Nicht alle Menschen haben ständig Zugriff auf das Internet (Beispiel: Pflegepersonal). Also: Ums lebenslange Lernen kommen wir nicht herum, vor allem nicht die in der Weiterbildung beschäftigten Menschen! Zur aufgezeichneten Pudiumsdiskussion
This entry was posted in Allgemein, Neue Werkzeuge, Social Learning. Bookmark the permalink.

One Response to eLearning 2.0 auf der Cebit 2011

  1. hallo! ich bin hier gerade zufällig drübergestolpert, weil ich sehen wollte, welche webinar-software du empfiehlst 😉

    ganz schnell zu den offenen fragen (aus meiner perspektive):

    – Zertifikatskurse: sind ein mitunter vielleicht notwendiges übel. idealer weise sollten der lernprozess und der formale teil (zertifizierung) klar getrennt sein. also lerner-zentriertes, kollaboratives „studium“ und nur am ende ein formaler teil, der nicht das übergewicht bekommen sollte. im regelfall (bzw. in allen mir bekannten fällen) ist es aber so, dass jede/r teilnehmer/in in ein „lernland“ mit eigenen regelen überwechselt und innerlich in den pennäler-modus schaltet. dann geht es allen vor allem darum, die nötigen punkte für das zertifikat zu sammeln: das ist sozusagen in das format eingebaut. non vitae, sed scholae discimus. natürlich kann man auf diese art abprüfen, ob z.b. terminologien kurzfristig eingeprägt wurden, aber eben nicht viel mehr.

    – Geschlossene Lernumgebung (LMS): Hier muss man unterscheiden: Das eine ist, für ängstliche und gehemmte LernerInnen (und die gibt es!) einen geschützten Raum für angeleitete Selbstlernerfahrungen zur Verfügung zu stellen. Es gibt natürlich auch geschlossene „social learning environments“, geschützt vor dem „Wild Wild Web“. Das andere ist, diesen eigentlichen Selbstlernteil zu vermischen mit dem „Lernmanagement“, d.h. mit Zertifizierung und einer klaren Rollenverteilung von „LehrerIn“ und „SchülerIn“. Ich plädiere immer dafür, den Lernmanagement-Teil auf das Nötigste zu reduzieren und klar abzuspalten.

    – Digitales Lernen ohne (Desktop-)Internet: Ich denke, das wird in Zukunft sehr stark auf den Einsatz von mobilen Geräten hinauslaufen. Tatsächlich gibt es ja sehr viele LernerInnen, die mit einer QWERTZ-Umgebung nicht warm werden, sondern eher oral/visuell geprägt sind. Dafür brauchen wir Formen, die wir erst noch entwickeln müssen.

    Jedenfalls tausche ich mich zu diesem ‚ewigen‘ Thema sehr gern weiter aus!

Comments are closed.