27. November 2010
Bis jetzt habe ich mich immer vor Grausen gechüttelt, wenn ich den Ausdruck “soziale Medien” las. Doch nach einer reiflichen Überlegung bin ich der Meinung, dass der Ausdruck zwar gewöhnungsbedürftig, aber korrekt ist.
Welche Bedeutung hat das Wort sozial? Laut Wikipedia “In der Umgangssprache bedeutet „sozial“ den Bezug einer Person auf eine oder mehrere andere Personen; dies beinhaltet die Fähigkeit (zumeist) einer Person, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus) oder fürsorglich auch an die Allgemeinheit zu denken. Aber es bedeutet auch, anderen zu helfen und nicht nur an sich selbst zu denken. …”
Nun ja, genau das meinen wir ja mit “Social Media”. Medien, die eine Person der Gemeinschaft zeigt und auch zur weiteren Nutzung zur Verfügung stellt. Materialien, die von mehreren Personen erstellt werden.
Mit dem Begriff “Medien” verbinde ich zunächst Zeitschriften, Fernsehen, Filme, Bilder etc., also etwas, was mir vorgesetzt wird, worauf ich keinen Einfluß habe und auf den Qualitätsjournalismus hoffen muss. Durch die Beteiligung der Internetnutzer (user generated content), sei es durch die Veröffentlichung eigener Beiträge oder das Kommentieren von Beiträgen Anderer, werden zwar nicht alle Medien “sozial” aber immerhin die internet-gestützen.
Somit wäre der Begriff “soziale Medien” schon richtig, aber wenn ich an den Einsatz von “Social Media” im Marktingbereich denke, dann werden die sozialen Medien zu recht unsozialen Zwecken eingesetzt, nämlich zur Gewinnmaximierung eines Unternehmens.
Darf dann ein Blogger bloggen um seine berufliche Kompetenz darzustellen?

7. November 2010
In Ihrem kontinuierlich aktualisiertem Beitrag “The State of Workplace Learning Today” beschreibt Jane Hart die Veränderungen der Weiterbildungsmethoden und stellt die Anforderungen der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt dar. Die Methoden und Werkzeuge in der Weiterbildung haben sich in den letzten Jahren stark verändert (wie auch die der Arbeits- und Lebenswelt).
Stufe 1: Traditionelles Präsenztraining (Classroom Training)
ist auch heute noch in vielen Bereichen die einzig angewendete Methode (Vortrag mit Overheadprojektor)
Stufe 2: eLearning
WebBasedTrainings (Selbstlernen mit Lernmodulen), LMS zur Verwaltung von Lernern, Kursen und Ergebnissen, Kollaboration über Foren, Wikis (z. B. in Moodle), in bestimmten Bereichen wird auch diese Form weiterhin zum Einsatz kommen.
Stufe 3:Blended Learning
(das was eigentlich meistens schon gemacht wurde) die Mischform aus Präsenztraining und eLearning.
Stufe 4: “Social Training”
Online-Kurse (in PUSH-Manier) mit Integration der Social Media, z. B. Nutzung einer Community-Plattform als Lernumgebung, Blogs zur Reflektion, Microblogging (Twitter) zur schnellen Kommunikation.
All diese Formen basieren auf dem traditionellen Ansatz des formellen und nicht-formellen Lernens
- Lerninhalte werden in Curricula vorgegeben
- Lernfortschritte werden überwacht und aufgezeichnet

In der Praxis ist es allerdings so, dass wir 70 – 80% dessen was wir Lernen auf informellem Weg, also außerhalb von organisierten Weiterbildungsmaßnahmen lernen. Um zu einer effizienten kontinuierlichen Weiterbildung am Arbeitsplatz zu kommen, ist es naheliegend die Ressourcen des informellen Lernens zu nutzen. Der wichtige Aspekt beim informellen lernen ist, dass es nutzergesteuert ist. Daher ist es unsinnig über ein Integration des informellen Lernens in formelle Weiterbildungen zu reden.
Der Einsatz von Social Media Tools bietet dagegen eine Chance individuelles Lernen zu unterstützen und zu fördern. “Working Smarter” beschreibt genau worum es geht: ” Companies don’t want learning – they want things done!
Dazu braucht es aber auch die passenden Rahmenbedingungen:
- Die Unternehmenskultur muss den Mitarbeitern Autonomie zum Lernen erlauben und einen offenen Dialog fördern (–> Enterprise 2.0)
- Am Arbeitsplatz müssen die notwendigen technischen Strukturen geschaffen werden (–> Social Media im Unternehmen)
- Aus Trainern müssen Lernbefähiger (?) werden, die
- Mitarbeitern die notwendigen Kompetenzen zu “Working Smarter” vermitteln können
Modell zur Qualifikation von “Lernbefähigern”
