Im Jahre 2003 sagte ich schon einmal: “In 5 Jahren spricht keiner mehr über eLearning, dann ist es die Normalität”. Da war ich etwas zu optimistisch. Auf der GMW-Tagung wurde das Thema (mal wieder) diskutiert und in dem Beitrag von Gudrun Bachmann, Antonia Bertschinger, Jan Miluška aus Basel wurden sehr gute Argumente dafür gebracht, warum der Begriff ganz einfach gestrichen werden sollte. Ersetzen wollen es die Autoren mit “Neue Medien in der Lehre (Seite 118fff)“. Gute Argumente dagegen hat Gabi Reinmann: eLearning am Scheidepunkt? und Wo sind die Alternativen? Alle bisherigen Diskutanten kommen aus dem (Hoch-)Schulbereich. Wie sieht die Lage in dem Unternehmensbereich aus?
Bei den Unternehmen gibt es ebenfalls die unterschiedlichsten Definitionen zu “eLearning” . Auf der Learntec 2009 kamen Besucher auf den Messestand und sagten “Wir machen noch gar kein elearning, aber wir wollen jetzt damit anfangen”. Sie hatten dabei eine bestimmte Vorstellung von eLearning im Kopf, aber jeder eine andere: entweder ein WBT oder VC-Sessions.
Die negative Belastung des Begriffes eLearning: zuviel Technologie, der Mensch fehlt etc. trifft im Unternehmensbereich natürlich auch zu, vor allem aber bei den freiberuflichen Trainern und vielen Trainingsinstitutionen. Ohne jegliche Vorbehalte gehen IT-Abteilungen und das Management mit diesem Begriff um.
Wozu, wann, wo, wer benötigt denn eigentlich den Begriff “eLearning”?
- Plattformanbieter: Sie wollen eigentlich kein “elearning” verkaufen, sondern Lösungen. Allerdings findet sich bei allen (von mir aufgerufenen) der Begriff eLearning sehr häufig auf der Webseite.
- Inhaltsanbieter (WBT-Entwickler, Trainerinnen und Trainer): die verkaufen kein “eLearning” sondern Inhalte, Trainings (die online, in Präsenz oder gemischt durchgeführt werden können).
- Trainer: bei dieser Gruppe gehören eLearning-Werkzeuge und Methoden in den aktuellen Trainingskoffer, sie müssen fit sein bei der Anwendung der “Neuen Medien”.
- Manager: sie wollen Resultate sehen, nicht die Art des Trainings steht im Vordergrund, sondern das Ergebnis. Sie greifen häufig aus Kostengründen nach eLearning.
- Bleiben noch die “eLearning”-Berater. Nun gut, diese Gruppe braucht das Wort und klar zu definieren, um was es geht. Es muss allerdings nicht “eLearning” lauten sondern könnte auch Online-Lernen/Online-Training heissen.
Weiter gefragt: Wenn wir den Begriff eLearning nicht mehr benötigen, brauchen wir dann noch die Learntec oder andere eLearning-Kongresse?
Bei diesem Punkt angekommen, muss ich eingestehen: Wir brauchen einen Sammelbegriff. Denn das Lernen und Trainieren mit Hilfe der Informations- und Telekommunikations-Technologien ist noch nicht überall angekommen. Es müssen Personalentwickler, Projektleiter, Trainer, Führungskräfte zur Einführung und in der Umsetzung von Online-Trainings fit gemacht werden. Und dazu benötigen wir einen Begriff, der das Lernen und Trainieren mit Hilfe der ITK beschreibt. Ich sage dazu Online-Lernen und -Trainieren.





