18. Dezember 2008
Jay Cross beschwört in seinem Blogeintrag vom, 17.12. das Szenario des informellen Lernens und des selbstmotivierten Lernens. “Learnscapes” stellen im Unternehmen die notwendigen Mittel und Wege zur Vernetzung und Finden von Informationen zur Verfügung. Richtig, “The best learning is self-motivated”, aber es gibt nun mal genügend Sachzwänge, die ein Lernen erforderlich machen, ohne dass die Betroffenen in Begeisterungsstürme ausbrechen. Diese Situationen kommen in Unternehmen nach meinen Erfahrungen schon häufiger mal vor. Beispiele: Einführung neuer IT-Systeme, damit verbunden neuer Prozesse, Export in neue Länder: macht neue Fremdsprachen erforderlich usw. Bei allem Faible für informelles Lernen, da kann sich das Unternehmen nicht darauf verlassen, dass alle Betroffnen freudig erregt sich das Neue selbst miteinander erarbeiten – wäre das nicht auch zu unproduktiv?
Für mich sind die Learnscapes die Basis für Communities of Practice, für Informationsaustausch und sozialem Netzwerken im Unternehmen sowie ein Einstieg in den Wissensfundus. In dem Workshop auf der Online Educa in Berlin verglich Jay Cross die Lernformen wie folgt:
Formelles Lernen (Schule, Studium) ist der Schulbus – die gesamte Mannschaft wird von A nach B befördert.
Informelles Lernen ist das Mountainbike – jeder fährt wie er/sie will.
Learnscapes bieten nun bereitgestellte Vehikel, das die Mitarbeiter verwenden können: ein Taxi.
15. Dezember 2008
In der Sonntagsausgabe der FAZ vom 13./14.12. war ein interessanter Artikel zu finden: “Die virtuelle Dienstreise” (leider (noch?) nicht online). Es wird von (bedauernswerten) Ingenieuren berichtet, denen das Unternehmen nun die Dienstreisen streicht und stattdessen Videokonferenzen, Webkonferenzen oder schlicht Telefonkonferenzen verordnet. Ist es nicht erstaunlich, dass jetzt, in Zeiten, da richtig gespart werden muss, die Online-Zusammenarbeit plötzlich Beachtung findet?
Seit Jahren werden die entsprechenden Werkzeuge angepriesen (keine Reisekosten, effektive Meetings, etc.), doch speziell im Bereich der Ingenieure, bei denen frau eigentlich die Begeisterung für neue Techniken erwartet hätte, wurden diese weitgehendst verschmäht. Dabei ist eCollaboration (die Zusammenarbeit mit Hilfe der Internet- und Telekommunikationstechnologie) viel mehr als eine virtuelle Konferenz. Es geht nicht nur darum Reisekosten zu sparen, sondern die Effizienz der Kommunikation generell zu steigern. Einfach das Meeting in den virtuellen Raum zu verlagern reicht nicht aus (auch wenn viele Anbieter dies versprechen). Es müssen alle Informationsflüsse, der Workflow, die Kommunikationskultur, die Werkzeuge und die Menschen einbezogen werden. Ein wesentlicher Faktor ist die Führung virtueller Teams – die in der Regel neu gelernt werden will.
Um eine funktionierende Online-Zusammenarbeit zu erzielen ist nicht das Werkzeug entscheidend, sondern:
- Analyse / Anpassung von Workflow und Kommunikationsverhalten
- Kompetenz in virtuelle Teamführung
- Motivation
- Medienkompetenz
Und es benötigt die Vordenker und Vormacher, die vorleben und zeigen, dass es funktionieren kann. Per “Order Mufti” wird die virtuelle Kommunikation scheitern.
5. Dezember 2008
Jay Cross verwendet den Begriff learnscape = „Garten zum Lernen“. Learnscape, das ist die Umgebung, in der der Einzelne mit verschiedenen Werkzeuge lernt und arbeitet, natürlich mit Fokus auf die Web2.0-Werkzeuge. Dahinter steht die Aussage: „Lernen ist Kommunikation und Kollaboration“ und „Lernen ist ein Prozess und kein Ereignis.“
Learnscape ist die Lernumgebung / Lernlandschaft, in welcher die Individuen selbstorganisiert lernen. Die Gärtner sind diejenigen, die die Werkzeuge bereitstellen, die Lerner betreuen, anleiten und motivieren und die Inhalte bereitstellen, bzw. die Wege und Beete in Schuss halten. Nach Jay Cross nur diejenigen, die die Umgebung bereitstellen, da er “learnscape” nur auf das informelle Lernen bezieht.
Wie passt nun PAUL zur Lernlandschaft?
Learnscape stellt den Blick aus Sicht der Organisation dar, PAUL ist die Sicht des Einzelnen.

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2. Dezember 2008
PAUL, die persönliche Arbeits- und Lernumgebung wird konkreter. Betrachtet frau sich die verschiedenen Tätigkeiten (die während des Arbeitens und Lernens) anfallen, so kristallieren sich folgende heraus:
- Informationen aufnehmen
Wie nehme ich welche Informationen auf?
Schrift – Ton – Bild
- kommunizieren
Wie kommuniziere ich mit wem?
Öffentlich – privat
Schriftlich – mündlich
- „Artefakte“ erstellen
Mit welchen Werkzeugen erstelle ich meine Artefakte?
Was wird in welchem Zusammenhang erstellt?
Kontext: Beruf – Privat – Lernen
- „Artefakte“ präsentieren
Welche Artefakte präsentiere ich wie?
virtuell – real
öffentlich – geschlossen
Wer darf was sehen?
- Daten speichern, verwalten und wiederfinden
Wie und wo lege ich meine Artefakte ab?
Wie finde ich meine Artefakte wieder?
- mit anderen zusammenarbeiten
Mit wem arbeite ich mit welchen Werkzeugen zusammen?
Geschlossene Nutzergruppe – öffentlich
Diese Ebenen der unterschiedlichen Tätigkeiten sind durch Datenströme und Prozesse (= Lernen und Arbeiten) miteinander verwoben.

Zu den Details

Lore Reß •

19:01 •
PAUL •
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Morgen beginnt die Online-Educa. Als besonderes Event im Vorfeld des Kongresses gilt der Workshop mit Jay Cross “Informal Learning with the social web”. Jay Cross: “I call the environment of informal learning a “learnscape”.” Gegenüber dem Ansatz von PLE/PAUL stellt Learnscape die Sichtweise der Organisation dar, während PAUL die Sicht des Einzelnen widerspiegelt.
http://www.online-educa.com
“The Informal Learning Blog“, “The Internet Time Blog“