18. September 2008
In seinem Beitrag Delusion 2.0: forgetting the silent majority (via www.weiterbildungsblog.de ) geht Lucas McDonnell auf die aktuelle Diskrepanz zwischen den Personen, die das Mitmach-Web nutzen, der Gruppe die zumindest mitliest und der dritten Gruppe, der ganz großen Gruppe, ein, an denen dieses Geschehen schlicht und ergreifend komplett vorbei geht:
“This is one of the biggest fallacies of the whole ‘2.0′ movement. While the Web 2.0 provides us with the opportunity to participate, we simply don’t all want to be participating. I believe there’s a silent majority that prefer to be consumers and not participators.”
Dies erinnert mich an die Zeit, in der PCs ihren Einzug in die Welt zu hielten. Meine Ex-Kollegen bei HP schwelgten (in damals) höheren Spähren, während ich Anfängern versuchte Textverarbeitung am PC beizubringen oder etwas später die Maus zu bedienen. So ist es heute mit Web2.0 und eLearning 2.0. Was das Netz der Experten tut (z. B. die Online-Konferenz http://evideook1.mixxt.de/ oder der “Massive Open Online Course” http://ltc.umanitoba.ca/connectivism/ von Stephen Downs und George Siemens), ist für die meisten Menschen heute noch unvorstellbar. Betrachten wir aber die rasante Entwicklung, so werden auch Dinge / Anwendungen aus dem heute “Web 2.0″ genannten Feld den Einzug ins tägliche Leben und damit auch in die Bildungslandschaft halten. Wobei die Bildungslandschaft sich doch recht schwer tut mit den Veränderungen
.
Ich schließe mich den Worten an: “We’re an increasingly fractured and diffuse audience — and we often don’t have the time or the attention span to participate. And if you’re reading this blog and have never left a comment, you just proved my point.
“
16. September 2008
In der gestrigen Online-Session der eVideo Online-Konferenz tauchte kurz diese Frage auf. Was denken Sie? Nehmen Sie doch einfach an der nebenstehenden Umfrage teil.
Das Tool an sich – wie auch ein Wiki – kann zu Web 1.0 als auch zu Web 2.0 gehören. Die Nutzung alleine macht den Unterschied. Dies wurde auch bei Astrid Tietgens Vortrag deutlich. Ein Webcast ist eine ins Web verlagerte Präsenzveranstaltung. Eine Online-Session, bei der die TN aktiv mitarbeiten, eigene Inhalte einbringen kann zu Web 2.0 gerechnet werden. Das gilt auch für dein WIKI oder einen Blog. Ein Unternehmen, das einen Marketing-Blog führt, in welchem Nachrichten in etwas anderer Form präsentiert werden, ist noch lange keine Web 2.0-Unternehmen. Die gilt auch für den immer angeführten Podcast. Ein Podcast im Netz, den die Interessanten anhören, hat nicht mit Web 2.0 zu tun, ausser vielleicht die Technik der RSS-Feeds und den automatischen Download. Aber mit User generated Content unmd “Mitmach”-Web hat das noch nicht viel zu tun.
Wie kann nun eine Live-Online-Session so gestaltet werden, dass die TN einbezogen werden und auch eigene Beiträge einbringen können – und dennoch Inhalte vermittelt werden können? Das beginnt schon vor der Session/dem Seminar:
- Die TeilnehmerInnen reichen 1 Woche vor der Session eigene Beispiele ein (web 1.0-mäßig per Email oder Forum, web 2.0-mäßig per Wiki, Twitter oder Blog oder ganz einfach gemischt).
- Einige Tage vor Beginn der Session/des Seminars wird ein Twitter zum Inhalt gestartet – macht natürlich etwas zusätzliche Arbeit
- In der Session gibt es keinen Vortrag sondern interaktive Übungen per Whiteboard, Chat, Application sharing etc.
- Die eingereichten Beispiele der TeilnehmerInnen werden diskutiert und gemeinsam Lösungen erarbeitet.
Damit sind wir schon fast im Web 2.0, oder?
15. September 2008
Dies fragen Martin Ebner und Mandy Schiefner in Ihrem Artikel in Sammelband “E-Learning: 21st Century Issues and Challenges”, Hrsg. von Audrey R. Lipshitz und Steven P. Parsons, Nova Publishers. Draft-Version . Und sie beantworten die Frage auch mit einem “Ja”. Wobei nicht die Sache an sich gemeint ist, sondern der Begriff.
Ein Teil der Erklärung hierzu ist der Fakt, dass mit der wachsenden Vermischung von allen möglichen Werkzeugen und Methoden des Online-Lernens mit Präsenzveranstaltungen, irgendwann eine Trennung nicht mehr notwendig sein muss, da eLearning als selbstverständlicher Teil eines Curriculums angesehen wird (The end of the “e” on a semantic aspect).
Der zweite Teil der Erklärung (The end of the “e” on a structural level) beginnt mit der Herausstellung der Aussage, dass dass eLearning nur die Nutzung eines WBTs über ein Lernmanagement beschreibt. Darüber sind wir allerdings schon seit einigen Jahren hinausgekommen. Unter eLearning versteht die Mehrzahl der Akteure so unterschiedliche Werkzeuge wie Virtual Classrooms (sysnchone Sessions), Foren, Blogs und Wiki und Methoden wie Selbstlernen und Gruppenarbeit (asynchron und synchron). In der Vertiefung der Aussage wird der wesentliche Teil dargelegt: Content von vielen Autoren/Lernern, in jederzeit nutzbaren kleinen Häpchen und durch einen Mix verschiedenster Tools und Platformen bereitgestellt. Es ist nicht wesentlich, welche Werkzeuge genutzt werden, sondern wie diese verwendet werden.
Dadurch werden an die Lehrenden neue Anforderungen gestellt: Wie plaziere ich die Inhalte, welche Medien werden verwendet, wie finde ich die aktuellen Inhalte. Hierzu wird eine wesentlich stärkere Medienkompetenz (Wissen über die Internetwerkzeuge, Beurteilung der Quellen etc) notwendig, als dies derzeit vorhanden ist.
Passend dazu gibt es eine Bauanleitung: “Bauanleitung für eine Web 2.0 Lernumgebung”:
<http://www.slideshare.net/joqel/web20-lernumgebung?type=powerpoint> (via KOMA medien & eleanring )